Was ist das Leben? (2)

Ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem ich diese Erfahrung zu beschreiben versucht habe. Nun sitze ich erneut hier auf meinem Bett, die Augen müde, das Herz hellwach. Diesmal noch keine Sonnenstrahlen, welche die ersten Anzeichen eines neuen Tages zu erkennen geben. Stattdessen die Nachbarn, die mit ihrem ausgelassenen Gesang die Nacht zum Tag machen. Es ist Weihnachten.

Damals im Sommer erzählte ich von einem Zustand glücklicher Rastlosigkeit, gesegneter Unzufriedenheit – einen Wunsch nach „mehr“, der sich zu Beginn nur als vage Aufregung äusserte. Ich wollte einen Schritt über mich hinaus leben. „We were Born for greater things“, singt meine Lieblingsband Rend Collective in ihrem Song Burn like a Star. Und zu Beginn des Jahres war ich überwältigt nach meiner Entdeckung der Jesus Army-Band mit Take me to the Edge: „Take me to the wild where I don´t know, making my way with the wolves and the sparrow…“ Es schien, als hätte ich eine Sprache gefunden für so Vieles und als hätten die Wörter für all das, was ich nun plötzlich auszudrücken vermochte, ihre Furchen in mein Inneres gegraben, hungrig nach Saat. Lieder des Aufbruchs, der Sehnsucht nach dem echten Leben zogen mich die ganze Zeit über an, als suchte ich in ihrem getrommelten Rhythmus den Auftakt zu einem neuen Anfang. Wie dieser aussehen sollte, blieb jedoch unkonkret. Die schlaflosen Stunden mündeten sehr selten nur in Produktivität, da ich keine Ahnung hatte, wonach ich genau suchte.

Doch weil das Leben eine Person ist, findet es uns.

Schreiben Sie einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Wechseln )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Wechseln )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Wechseln )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Wechseln )

Verbinde mit %s